Die Nornen sind das Schicksal. Sie stehen für den Dualismus von Gutem und Bösem. Es sind drei an der Zahl und sie hören auf Urd,
Verdandi und Skuld. Ihre Namen stehen wohl für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und sind wahrscheinlich Vereinfachungen eines
komplexen Konzepts, das sich – wenn überhaupt – erst gegen Ende der heidnischen Zeit etablierte. In älteren Quellen werden aber
viel mehr als diese drei genannt, ihnen unterschiedliche Abstammung zugesprochen und zwischen jenen unterschieden, die positiv und
negativ beeinflussen können. Sie wohnen in einer Halle unter den Wurzeln der Weltesche und
gebieten über den Brunnen des Schicksals. Was sie genau in diesem sehen, ist nicht bekannt. Die
halten dort Versammlungen ab, wenn es um besonders wichtige Themen wie den Fortbestand der Welt geht. Die Nornen kennen die Zukunft
der Menschen, der und der Welt und bestimmen dieses mit. Ein Beschluss der Nornen, auf
Altnordisch „Norna Domr“, wird im Grunde analog zu Unglück verstanden und allgemein gefürchtet. Trotz allem können sie auch positiv
wirken, denn bereits bei der Geburt eines jeden Kindes erscheinen sie und setzen den Werdegang des jungen Wesens fest. Niemand weiß,
nach welchen Kriterien sie über gute und schlechte Zukunft entscheiden und weshalb dem einen eine frohe Existenz beschert wird, dem
anderen Leid und Qual. Ob der Einzelne sein eigenes Schicksal zu beeinflussen vermag, ist ungewiss aber denkbar, denn Beschlossenes
kann revidiert werden. Abgesehen davon haben im Leben eines Menschen auch noch Matronen, Disen, ,
Fylgien und Hamingjen ein Wörtchen mitzureden, zwischen denen die Grenzen mehr als nur verschwimmen. Der Lauf der Welt ist aber in
Stein gemeißelt, denn die sind nicht zu verhindern und zwar von niemandem.